Kanalbauarbeiten am Aufstieg Böhler Weg zur Lichtscheider Straße

Am 12. August 2015 war eine kleine Meldung im Baustellenservice der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zu finden.

Ab Montag, 17. August, verlegen die WSW in der Lichtscheider Straße und im Böhler Weg eine neue Kanalleitung. Dafür wird der Böhler Weg gesperrt, so dass eine Durchfahrt von und zur Lichtscheider Straße nicht möglich ist. Eine Umleitungsstrecke wird ausgeschildert. Die Arbeiten werden voraussichtlich drei Monate dauern.

Heute, im April 2016, ist ein mögliches Ende der Arbeiten vielleicht doch abzusehen. Allerdings: Entweder umfasst der Begriff „drei Monate“ bei den Stadtwerken eine etwas andere Zeitdefinition als landläufig angenommen, oder da ist etwas Unvorhergesehenes dazwischengekommen.

Baustelle Aufstieg Lichtscheider Straße
Die Kanalbaustelle im April 2016. Alle Gräben sind wieder zugeschüttet.

Ich will hier nicht über die grundsätzliche Tendenz von Wuppertaler Stadtwerkebaustellen referieren, die gefühlt nie ihren Zeitplan einzuhalten pflegen.

Auch über die spezielle „Rücksichtsnahme“ (Achtung, kann Spuren von Ironie enthalten) auf die Anwohner in Form der Sperrung der noch einzig verbliebenen Direktanbindung unserer Siedlung in Richtung Elberfeld könnte ich noch ein paar deutliche Worte mehr verlieren (die Bendahler Straße ist ja in einem entscheidenden Bereich mir unverständlicherweise zur Einbahnstraße deklariert worden). Aber es scheint so, als ob tatsächlich etwas Unvorhergesehenes die Arbeiten verzögert hat.

Bei den Ausschachtungen auf der Lichtscheider Straße stieß man im Erdreich auf ein Unterirdisches Bauwerk, das auf keinen WSW Plänen verzeichnet war. Zweck und Erbauer sind den offiziellen Stellen unbekannt. Das kennt man ja auch schon von der Döppersbergbaustelle, wo ein Transformatorenhaus in Betrieb war, von dem auch keiner wusste wer es aufstellte und was es versorgte. Die einzige Methode das dort  herauszufinden bestand darin, einen Stromkreis nach dem anderen abschalten und zu sehen, wo es nun dunkel wurde.

Abzureißen traute man sich hier nicht, also führte das dazu, dass man umplante und die geplante Trasse des neuen Kanals um ein paar Meter verlegte. Und wie das so ist, bei neuen Bauplanungen und den dazugehörigen Genehmigungen geht wieder viel Zeit ins Land. Bereits vorgefertigten Schachtbauteile mussten den neuen Gegebenheiten angepasst neu konstruiert und produziert werden. Und so dauert es jetzt schon acht Monate.

Plan der Kanalverlegung. Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der WSW.
Plan der Kanalverlegung. Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der WSW.

Der Grund für die Bauarbeiten ist übrigens im Gewässerschutz zu suchen. Das Oberflächenwasser des Bereichs Lichtscheid soll z.B. nicht mehr ungeklärt in den Bendahler Bach abfließen. Ein im Prinzip richtiger Grundsatz.

Achja, als vor vielen Jahren das Gelände der Bergischen Sonne noch Straßenbahn- und Busdepot der WSW war und anschließend die Hallen von einen Holzhandel und Reisebusunternehmer genutzt wurden, konnte man das Phänomen beobachten, dass nach ausgiebigem Waschen der Fahrzeuge auf dem Gelände, natürlich unter freien Himmel mit Gartenschlauch, aus einem Rohr am kleinen Teich des Bendahler Bachs dicke Schaumwolken in den Bach quollen. Vielleicht ein Hinweis auf die Funktion des gefunden Geisterbauwerks.

PS, für diejenigen, die doch ein endgültiges Ende der Baumaßnahmen erhoffen, habe ich eine schlechte Nachricht: Aus sicherer Quelle weiß ich, dass im Quellbereich des Bendahler Bachs unterhalb der jetzigen Baustelle ein Regenklärbecken/Filterbecken errichtet werden soll, damit das Oberflächenwasser auch durch den neuen Kanal nicht wie bisher ungefiltert in den Bach eingeleitet werden. Dazu soll ab Sommer/Herbst 2017 der Böhler Weg dort komplett gesperrt werden.

Geplante Sperrdauer: Ein Jahr …

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